Aquileia – Das römische Heidenheim

Aquileia – Das römische Heidenheim

Gegen Ende des ersten Jahrhunderts um 85 n. Chr. errichtete eine Eliteeinheit der römischen Armee, die Ala Secunda Flavia pia fidelis milliaria, ihr Kastell genau an der Stelle, an der die Innenstadt des heutigen Heidenheim zu finden ist. Diese Festung war Teil des Alblimes, der die Grenze des römischen Reichs markierte. Außerhalb des 5,2 ha großen Kastells entwickelte sich auch eine zivile Siedlung zu einer der größten römischen Städte im heutigen Baden-Württemberg. In einer antiken Landkarte, der Tabula Peutingeriana, ist diese Siedlung als Aquileia verzeichnet.

Tabula Peutingeriana

Die Zeichnung von Franz Kneer zeigt einen Römischer Wachturm etwa 100 n. Chr. auf dem „Hählen Stein“, mit Blick zum Kastell Aquileia zwischen Ottilienberg und Totenberg.

Römischer Wachturm

Obwohl die Ala Secunda Flavia um 160 n. Chr. in das neu gebaute Kastell nach Aalen verlegt wurde, entwickelte sich Aquileia immer mehr zum Mittelpunkt der Umgebung und war ein wichtiger Knotenpunkt der Verkehrswege im Brenztal geworden. Man kann von einer besiedelten Fläche von 15-20 ha ausgehen. Neben privaten Gebäuden von Handwerkern und Händlern, von denen zahlreiche Fundbeobachtungen im Stadtgebiet zeugen, sind es insbesondere die großen öffentlichen Steingebäude im Umfeld des heutigen Museums am Römerbad, die einen deutlichen Hinweis auf die zentrale Rolle geben, die Heidenheim-Aquileia einst bei der militärischen Sicherung und administrativen Erschließung der Provinz Rätien spielte.

Aquileia, das römische Heidenheim

Wiederholte Angriffe der Alamannen ab 233 n. Chr. führten gegen Ende des 3. Jahrhunderts zum Rückzug der Römer hinter die Donau und führten zum Ende des römischen Heidenheims. Die Region wurde alemannisch. Von einer nahtlosen Entwicklung zum mittelalterlichen Heidenheim kann man allerdings nicht ausgehen.

Reste dieser beeindruckenden Siedlung können im Museum im Römerbad besichtigt und bestaunt werden.

 

Quellen:

 

 

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